Sonntag, 20. August 2017

Rezension: "Anschlag von rechts" von Reiner Engelmann

Daten zum Buch:
erschienen am: 22. Mai 2017
Verlag: cbj
ISBN: 9783570174371
192 Seiten
Preis: 14,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Irgendwo in einer Kleinstadt mitten in Deutschland treffen sich drei Freunde auf ein Feierabendbier. In den sozialen Netzwerken haben sie sich schon an ausländerfeindlichen Pöbeleien beteiligt. Nun werden sie zu Verbrechern, denn wenige Stunden später werfen sie einen Molotowcocktail in eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner, darunter auch Kinder, entkommen nur knapp.

Reiner Engelmann recherchiert die Hintergründe dieser schrecklichen Tat. Er analysiert die Beweggründe und er befragt die Opfer, die sich in Deutschland endlich sicher gefühlt hatten. Dabei wird deutlich: rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit sind in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und viel zu lange unbeachtet geblieben.
(Klappentext)
 
Meine Meinung:
Seit der Flüchtlingskrise 2015 gab es eine vierstellige Anzahl von Übergriffen auf Flüchtlingsheime in Deutschland. Fremdenfeindliche Parteien wie die AfD gewinnen immer mehr Wählerstimmen, und in Städten wie Dresden gehören Protestmärsche Rechtsradikaler mittlerweile zum Alltag.

Reiner Engelmann ist Autor zahlreicher Publikationen zu Brennpunktthemen. Sein neues Jugendbuch basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Autor hat mit betroffenen Flüchtlingen gesprochen und durch seine Recherchen interessante Einblicke in die Psyche rechtsradikal motivierter Täter und deren Familienangehörigen gewonnen.

Das Buch ist chronologisch aufgebaut. Nachdem stellvertretend für alle Opfer die Schicksale von fünf Flüchtlingsfamilien vorgestellt wurden, lernt der Leser die drei Täter kennen und wie es zur Tat kommt.  Es folgen Vernehmungen, Untersuchungshaft, Prozess und Verurteilung. Im Anhang gibt es noch einen Exkurs über Fluchtursachen sowie ein Glossar über Symbole und Codes aus der neonazistischen Szene

Auch wenn die Gefühle der Flüchtlinge nach dem Anschlag wiedergegeben werden, liegt der Fokus ganz klar auf den Tätern. Man erhält einen Einblick in die Psyche der beiden Männer und der Frau, die die Tat gemeinsam begangen haben. Hierbei kommen auch andere soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit und Alkoholismus zur Sprache. Allen dreien gemein ist, dass sie eher ungebildet sind, aus der unteren sozialen Gesellschaftsschicht kommen und nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Sie sind leicht beeinflussbar und anfällig für "Stammtischparolen".

Interessant fand ich auch, dass Familienangehörige zu Wort kommen. So werden die Verhältnisse, in denen die Täter leben, nochmal genauer beleuchtet. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass die Täter keine Stereotypen sind, wie man sie sich vorstellt. Es wäre meiner Meinung nach gut gewesen, auch Täter aus anderen sozialen Schichten und mit höherer Bildung kennenzulernen. Aber gut, die Geschichte orientiert sich eben an einem realen Fall, und ein Großteil der Neonazis stammt nunmal eher aus der unteren Schicht.

Engelmanns Schreibstil ist nüchtern und unaufgeregt. Er nimmt keine Wertung vor und gibt so dem Leser die Möglichkeit, sich selbst eine Meinung zu bilden. Ich wurde so einerseits nicht von den Figuren berührt, aber das fand ich völlig in Ordnung, denn so war es mir andererseits möglich, alle Geschehnisse rein objektiv zu betrachten. Ich persönlich finde das bei einem solch komplexen Thema wichtig.

Das Buch richtet sich an Leser ab 13 Jahren, und ich kann mir "Anschlag von rechts" sehr gut als Schullektüre für Jugendliche vorstellen.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 15. August 2017

Neuzugänge

Ach du liebe Güte, ich habe gerade festgestellt, dass ich seit fast drei(!!!) Monaten keine Neuzugänge mehr vorgestellt habe! Oh mann... in der Zwischenzeit kamen natürlich so einige Bücher bei mir an. Aber teilweise habe ich die schon gelesen, rezensiert und weggeräumt. Deshalb gibt es jetzt nur die neuesten Zugänge. Die Reziexemplare kriegt ihr ja über die Rezensionen mit. Klar, dass die auch zu meinen Neuzugängen der letzten Monate gehören. ;-)

Außerdem werde ich nicht mehr so viel zu den einzelnen Büchern faseln (Warum interessiert es mich, warum will ich es lesen.), ich glaube, das interessiert keinen.

Rezensionsexemplare


- Reiner Engelmann, "Anschlag von rechts" (Bloggerportal von Randomhouse)
- Maria von Blumencron, "Am Ende der Welt ist immer ein Anfang" (Leserunde auf LovelyBooks)
- Roman Achmatow, "Prager Fragmente" (vom Autor erhalten)
- Hanne Holms, "Balearenblut" (vom Autor erhalten)
- Ulrike Busch, "Flaschenpost" (von der Autorin erhalten)
- Ulrike Busch, "Mordsleben" (von der Autorin erhalten)


Gewonnen


Ich habe vom Knaur-Verlag ein Buchpaket mit diesen fünf Büchern gewonnen. :-)
- Preston & Child, "Ice Limit"
- Frank Kodiak, "Nummer 25"
- Iny Lorentz, "Die Liebe der Wanderapothekerin"
- Charlotte Roth, "Bis wieder ein Tag erwacht"
- Anne Bell, "Ich würd's wieder tun"


Prämie von "Was liest du?"


- Jennifer L. Armentrout, "Erwachen des Lichts"


Gekauft/Ertauscht


- Italienisch-Slang (für 50 Cent vom Tierheim-Flohmarkt) 
- Angela von Gatterburg, "Ein Engel im Mondlicht" (für 1 € im 1-Euro-Shop)
- Herrmann Vinke, "Das kurze Leben der Sophie Scholl" (für 1 € im 1-Euro-Shop)
- Ralf Schmitz, "Schmitz' Mama" (für 50 Cent vom Tierheim-Flohmarkt)
- Leela Wang, "Sommerferien in Peking" (für 1 € im 1-Euro-Shop)
- "Antike in Unterfranken. Ein bebilderter Reiseführer" (für 1,99 € im Hugendubel)
- Harald Parigger, "Caesar und die Fäden der Macht" (für 1 € im 1-Euro-Shop)
- Ashley Gilmore, "Heather - Belles Tochter" (für 4,99 € auf Amazon)
- Kelly Keaton, "Dein göttliches Herz versteinert" (für 1 € im 1-Euro-Shop)


- John Dolan, "George. Der Hund, der mein Leben rettete" (für 50 Cent vom Tierheim-Flohmarkt)
- Daniel Gerber, "Schicksalstage am Fuße der Pyramiden" (für 50 Cent vom Tierheim-Flohmarkt)
- Hazem Ilmi, "Die 33. Hochzeit der Donia Nour" (Direkttausch über LovelyBooks)
- Xinran, "Wolkentöchter" (für 50 Cent vom Tierheim-Flohmarkt)
- Angelica Banks, "Tuesday und der Zauber des Anfangs" (für 1 Ticket bei Tauschticket)

Mittwoch, 2. August 2017

Rezension: "Auf ewig dein" (Time School 1) von Eva Völler

Daten zum Buch:
erschienen am: 21. Juli 2017
Verlag: Bastei Lübbe (one)
ISBN: 9783846600482
384 Seiten
Preis: 15,00 € (HC)
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Zum Inhalt:
Sie sind wieder da - Anna und Sebastiano, die beiden Zeitreisenden!

Seit dem letzten Band der "Zeitenzauber"-Trilogie sind wenige Jahre vergangen. Anna und Sebastiano leben zusammen in Venedig, sind verlobt und planen ihre Hochzeit. Zusammen mit dem Alten Juan retten sie immer noch die Welt, indem sie die Vergangenheit ändern. Doch jetzt wird es Zeit, Nachfolger auszubilden, und so gründen sie eine Zeitreiseschule und holen sich den Wikinger Ole, die Haremsdame Fatima und den englischen Teenager Walter dazu. Als ob es nicht schon anstrengend genug wäre, Schüler aus der Vergangenheit in das moderne Leben, in Kampftechniken und Knigge einzuführen, wird die nächste Mission besonders knifflig.

Zusammen mit ihren Schülern reisen Anna und Sebastiano an den Hof von Heinrich dem Achten, dem englischen König, der unzählige Menschen - darunter auch zwei seiner sechs Ehefrauen - hinrichten ließ. Dort sollen sie den Berater des Königs vor einem Attentat retten, was ihnen auch gelingt. Doch dann taucht eine Gestalt aus der Zukunft auf und fordert von Anna und Sebastiano unmögliche Dinge, um nicht nur Annas Leben, sondern den Fortbestand der ganzen Welt zu retten. Ein Spiel um Leben und Tod beginnt.

Meine Meinung:
Ich habe die "Zeitenzauber"-Trilogie rund um Anna und Sebastiano und ihre Reisen in die Vergangenheit damals sehr gerne gelesen. Dass Eva Völler nun die Geschichte wieder aufgreift und weiterspinnt, fand ich eine tolle Überraschung! Für Leser ohne Vorkenntnisse der "Zeitenzauber"-Reihe ist der Einstieg aber auch kein Problem, da das Konzept der Zeitreisen mit all seinen Tücken noch einmal gut erklärt wird. Für mich war es jedenfalls ein schönes Wiedersehen mit Anna und Sebastiano.

Der Schreibstil ist unterhaltsam, lebendig und lässt sich angenehm und flüssig lesen. Die Geschichte wird aus Annas Sicht erzählt, und ihre Erzählweise ist sehr humorvoll. Während Sebastiano immer das Richtige tut und sagt, hat Anna so ihre Schwächen, zu denen sie auch steht. Das macht sie so sympathisch, und es führt auch zu so manch lustiger Szene. Ich mag auch Sebastiano, aber in diesem Buch blieb er leider irgendwie farblos, da er nur aus Annas Sicht als perfekter Übermensch dargestellt wurde und mir so fremd blieb.

Zusammen als Paar finde ich beide furchtbar anstrengend. Anna schwärmt in einer Tour vom ach so perfekten Sebastiano, und schmilzt förmlich dahin vor Liebe, Leidenschaft und Hingabe. Das war mir zwischendurch manchmal zu viel des Guten. Dazu kam dann noch, dass die beiden sich eine Zeitlang aus dem Weg gehen und Körperlichkeiten vermeiden müssen, und dieses Hin und Her hat alles noch schlimmer gemacht. Da kann man wirklich froh sein, dass die beiden nicht mehr - alleine - im Mittelpunkt stehen wie in der Vorgänger-Trilogie und nun eine ganze Reihe weiterer Figuren hinzukommt.

Die neuen Schüler beleben die Handlung ungemein. Vor allem der Wikinger Ole hat es mir angetan. Er ist zwar ein allzeit gewaltbereiter Rüpel und Macho, aber er sorgt für seine Hau-Drauf-Art für die meisten Lacher. Die verführerische Fatima ist ein passendes Pendant, auch wenn ich sie nicht so sehr mochte. Zusammen sind die beiden wie Feuer und Eis, so dass es öfter zum (amüsanten) Schlagabtausch kommt. Dass da vermutlich zukünftig noch mehr zwischen den beiden laufen wird, wird ja schon an manchen Stellen angedeutet. Dazu bildet der junge Walter mit seinem Grips und seiner charmanten Unschuld nochmal einen angenehmen Gegenpol zu den beiden anderen Hitzköpfen. Lustig ist es auch immer, wenn die drei sich mit der Moderne konfrontiert sehen. Später kommt dann noch Barnaby dazu, über den ich nicht zu viel verraten will. Aber auch er ist eine sehr bereichernde Figur.

Annas Anspielungen und Vergleiche mit modernen Sachen (z. B. dass Ole aussieht wie eine jüngere Version von Chris Hemsworth als "Thor") machen vieles anschaulicher und schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Denn nachdem sich die Zeitreisenden meist in der Vergangenheit herumtreiben und sich dort bestens integrieren, könnte man manchmal glatt vergessen, dass sie eigentlich in unserer Zeit leben.

Toll finde ich, dass man auch so ganz nebenbei ein bisschen Geschichtsunterricht erhält. Die Fakten über vergangene Epochen und historische Persönlichkeiten werden so in das Geschehen eingeflochten, dass selbst der größte Geschichtshasser gar nicht merkt, dass die Autorin hier auch noch nebenbei Wissen vermittelt. Da sich die Zeitreisenden die meiste Zeit am Hofe Heinrichs des Achten aufhalten, erfährt man also viel über die Tudorzeit und das alte London, aber auch einiges über den alten Orient (Fatimas Heimat) und die alten Wikinger (Oles Kulturkreis). Auch ich als Geschichtsinteressierte konnte hier noch einiges dazulernen. Eva Völler flicht ihre Geschichten nicht nur einfach in die Vergangenheit ein, sondern beschäftigt sich auch mit diesen Epochen intensiv.

Die Story ist sehr spannend mit vielen Verwicklungen, die man nach und nach mit den Zeitreisenden entwirren muss. Lediglich der Showdown war für meinen Geschmack etwas zu schnell und einfach abgehandelt. Die größten Probleme, die sich langsam und bedrohlich aufbauten, wurden plötzlich quasi im Schweinsgalopp gelöst. Hier hat sich für mich alles ein bisschen zu schnell in Wohlgefallen aufgelöst.

Auch wenn "Time School" als Trilogie angelegt ist, ist dieser Band in sich abgeschlossen. Da es "Auf ewig dein" vor allem um Anna und Sebastiano und ihre Beziehung (und deren Folgen für die Zukunft) ging, freue ich mich schon, in den nächsten Bänden mehr über die Schüler zu lesen.

P.S.: Es gibt übrigens die Kurzgeschichte "Der Anfang" kostenlos als eBook. Dort erfährt man, wie Anna und Sebastiano Ole aus seiner Zeit in die Gegenwart geholt haben. Eine weitere Kurzgeschichte, dann über Fatima, ist wohl begleitend zum zweiten Band geplant.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an die Lesejury und den Bastei Lübbe-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Freitag, 14. Juli 2017

(Gast-)Rezension*: "Winzig - Innovative Häuser im Mini-Format" von Sandra Leitte

Daten zum Buch:
erschienen am: 29. August 2016
Verlag: DVA
ISBN: 9783421040237
224 Seiten
Preis: 29,95 € (HC)
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Zum Inhalt:
Es gibt viele gute Gründe dafür, unsere Wohn fläche gering zu halten. Für die einen ist der ökologische Gedanke ausschlaggebend. Andere reduzieren ihren Wohnraum bewusst auf das Wesentliche. Für manche ist das kleine Haus schlicht eine finanzielle Notwendigkeit. Viele schätzen aber auch die Möglichkeit, ihr Zuhause an einen anderen Standort transportieren zu können. Futuristische Blockhütte im Wald, Feriendomizil in Dreiecksform oder vollständiges Wohnhaus im Miniformat: Dieses Buch präsentiert rund 40 fantasievolle, witzige und inspirierende Projekte aus den USA, Europa und Asien. Ein Buch zum Blättern, Staunen, Anregungen sammeln!
(Klappentext)

Meine Meinung:
Wer aktuell eine Wohnung oder ein Haus sucht, wird es bestätigen können: Einfach ist es momentan nicht, ein schönes Heim zu finden, zumindest wenn die Finanzmittel begrenzt sind. Viele leihen sich angesichts der niedrigen Zinsen das Geld von der Bank, um ihr Traumhaus bauen zu können.

Allerdings gibt es auch einen interessanten Gegentrend von Leuten, die das als Anlass nehmen, nochmal kritisch zu hinterfragen, ob sie tatsächlich 150 qm, Doppelgarage, Swimmingpool und eine Bibliothek (ja auch das, liebe Bibliomane!) benötigen, um glücklich zu sein. Und viele scheinen festzustellen, dass der bewusste Verzicht - oder aus ihrer Sicht eher die Konzentration auf das wirklich Wichtige - sehr befreiend ist und durchaus auch ein Mehr an Lebensqualität bedeuten kann. Die Architektin Sandra Leitte hat diesen Trend beobachtet und in ihrem Buch "Winzig - Innovative Häuser im Mini-Format" 38 sehr unterschiedliche Entwürfe gesammelt.

Das Format des Buches ist mit etwa 17x17cm insbesondere für ein Architekturbuch mit vielen Bildern relativ klein, der Anteil an Text ist eher gering. Die Objekte sind nach steigender Wohnfläche sortiert, und es sind von 4 qm für eine Schutzhütte in den Alpen bis 95 qm für ein modernes Wohnhaus alle Bedürfnisse abgedeckt. Zu jedem Haus gibt es eine Angabe, in welchem Land, teilweise auch in welcher Stadt es steht, und es sind auch nahezu alle Kontinente vertreten. Der Großteil der Häuser steht aber in Europa.

Der Begleittext füllt etwa eine halbe Seite und gibt einige Informationen über die Architekten, die Bewohner und welche Nutzung beabsichtigt ist. So sind einige Unterkünfte eher als Notlager für Wanderer oder zur Naturbeobachtung gedacht, andere wurden als extravagante Hotelzimmer konzipiert. Die meisten wurden aber exakt nach den Wünschen ihrer Bewohner entworfen, ihnen quasi auf den Leib geschnitten. Anschließend folgen drei bis fünf Seiten mit Bildern. Zu jedem Haus gibt es außerdem mindestens eine Zeichnung, meist der Grundriss aller Stockwerke, teilweise auch Seitenansichten, so dass sich der Leser zusammen mit den Fotos ein relativ gutes Bild von dem Objekt machen kann. Weitere Informationen, etwa zu den verwendeten Materialien, der Haustechnik oder dem Energiebedarf sind nur teilweise im Text angesprochen, dafür gibt es im Anhang aber noch Links zu den Webseiten der Architekten.

Die Bilder sind, wie man es von einem Architekturbuch erwartet, durchgehend von sehr hoher Qualität und vermitteln einen sehr guten Eindruck von den Objekten. Allerdings ist auch festzustellen, dass die positive Präsentation im Vordergrund steht. Bei genauerer Beschäftigung mit einigen Unterkünften kommen schon Fragen auf, ob z. B. der Schlafbereich ausreichend Platz bietet, oder ob wirklich ein vollwertiges Bad dabei ist. Das Modell "hOMe" z.B. beeindruckt durch eine vollwertige Küche auf 29 qm mit einem fünfflammigen Gasherd und einer mannshohen Kühl-Gefrierkombi. Vom Bad dagegen kann man nur einen kleinen Blick erhaschen. Über die Website der Erbauer kommt man auf ein Video, in dem diese durch das ganze Haus führen und stellt fest, dass das Badezimmer zwar mit allem ausgestattet ist, aber dann wohl doch nicht so ganz im Fokus lag. Da lassen sich Schranktüren nicht ganz öffnen, am Waschbecken ist kaum Bewegungsraum, und auch die Dusche ist recht niedrig und eng. Aber gut, "sich auf das Nötigste zu konzentrieren" bedeutet natürlich für jeden etwas anderes, und auch die Geschmäcker sind verschieden.

Die Auswahl der Objekte ist auf jeden Fall sehr interessant, da jedes durch seinen speziellen Charakter einen neuen Blickwinkel erlaubt. Es gibt noch weitere klassische Tiny Houses, also Häuser, die wie "hOMe" auf einem Anhänger stehen und so auch bewegt werden können. Teilweise handelt es sich eher um Baumhäuser im weiteren Sinne, und auch drei schwimmende Unterkünfte sind dabei. Häufige, aber nicht immer wiederkehrende Elemente sind dabei die Wiederverwendung von gebrauchten Materialien und die Nähe zur Natur. Gegen Ende des Buches, mit steigender Quadratmeterzahl, ist das Attribut "Winzig" allerdings nicht mehr so ganz angebracht, etwa bei einem Sommerhaus mit 90 qm, oder einer regelrechten Villa für eine Person mit 95 qm. Dennoch bringt jedes Kapitel einen neuen interessanten Aspekt, der Mut macht, unkonventionell zu denken und eigene Ideen beim Bau des eigenen Hauses umzusetzen.

Insgesamt hat mich das Buch in dem Eindruck bestärkt, dass ich persönlich nicht in einem konventionellen Reihenhaus oder Wohnblock wohnen möchte. Auch fand ich es interessant, was für ansprechende Lösungen teilweise mit sehr einfachen Mitteln realisiert werden können. Ich persönlich hätte mir allerdings noch mehr Informationen zu den einzelnen Objekten gewünscht, aber eigentlich kommt man auch mit den Links im Anhang schnell weiter. Auch fand ich, dass sich viele der Objekte für meinen Geschmack zu wenig in die Umgebung einpassen, was man wiederum sicher auch anders sehen kann. Anfänglich hat mich außerdem sehr gestört, dass die finanziellen Rahmenbedingungen gar nicht betrachtet werden. Da sind auf der einen Seite idealistische und gesellschaftskritische Ansätze wie das Silohaus, das mit kleinem Budget weitgehend aus Schrott gebaut wurde. Auf der anderen Seite sind da dann fertige Designerwohncontainer, die über 500.000 Euro kosten und als Wochenendzuflucht für gestresste Millionäre beworben werden. Kann man das wirklich beides gut finden? Ich finde, das Buch polarisiert durchaus durch die Gegenüberstellung so unterschiedlicher Konzepte. Allerdings erlaubt es gerade durch die neutrale und relativ oberflächliche Darstellung, dass sich der Leser unvoreingenommen mit allen Objekten beschäftigen und eben genau das mitnehmen kann, was ihm wichtig ist. Letztendlich profitiert der Leser doch durch das aufgebaute Spannungsfeld, so dass das Buch eigentlich genau so wie es ist perfekt ist. Jeder, der sich für kleines Bauen interessiert, sollte es lesen.

5 von 5 Schreiberpaletten

(c) Simo Kauth 

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar! 
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*Hier gibt es zum zweiten Mal eine Gastrezension meines Freundes. Er hat schonmal vor einiger Zeit ein anderes Buch zum Thema "Bauen & Wohnen" bewertet. Die Rezi findet ihr hier.

Samstag, 8. Juli 2017

Projekt "Schmökerkiste"

Heute möchte ich euch mal ein - wie ich finde - recht außergewöhnliches und für uns Büchernarren erfreuliches Projekt vorstellen: Die "Schmökerkiste" in Würzburg!

Vor dem Dom
Initiiert wurde das Projekt vom "Förderverein Wärmestube e.V.", der sich um obdachlose Menschen hier im Raum Würzburg kümmert.

Bei der Schmökerkiste handelt es sich um einen alten Bauwagen, der als mobiles Antiquariat dient. Die dort angebotenen Bücher wurden von privaten Leuten gespendet und werden von Obdachlosen verkauft. Das Ziel dieses Projektes ist es, obdachlose Menschen zu beschäftigen und ihnen einen geordneten Tagesablauf zu ermöglichen in der Hoffnung, dass sie dadurch eine bessere Chance bekommen, wieder eine Arbeit zu finden. Außerdem ist die Schmökerkiste eine schöne Möglichkeit, Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Obdachlosen abzubauen. 

Die Schmökerkiste ist immer montags bis samstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet und wechselt alle paar Wochen ihren Standort innerhalb der Innenstadt von Würzburg. So ist es mir schon öfter passiert, dass ich irgendwo um die Ecke gebogen bin und dann plötzlich der bunte Bauwagen vor mir stand. ;-)

Und plötzlich hinter dem Dom

Wunderschön bemalt ist sie auch!

Ich war selbst schon ein paar Male da, habe aber bis jetzt nur ein Buch gekauft. Der Bauwagen ist recht klein, so dass das Angebot eingeschränkt ist. Für meinen Geschmack sind viele Bücher schon recht alte Schinken. Von einem Verkäufer habe ich aber schon gehört, dass die Spendenbereitschaft der Würzburger durchaus sehr hoch ist und noch viele Bücher irgendwo in einem Lager gebunkert sind. Von daher denke ich mal, dass das Angebot auch regelmäßig wechselt.

Auch wenn ich persönlich selten fündig werde, finde ich das Projekt klasse! Es ist eine reine Win-Win-Situation. Für Bücherfans ist es eine günstige Alternative, an gebrauchte Bücher zu kommen, und für die Mitarbeiter ist es eine Chance, wieder Fuß zu fassen im Berufsleben.

Weitere Infos zur Schmökerkiste und dem Förderverein findet ihr auf der Homepage: http://www.foerderverein-waermestube.de

Wie gefällt auch das Projekt? Und gibt es bei euch auch so etwas?

Donnerstag, 6. Juli 2017

Rezension: "Will sei Dank. Memoiren einer Frau mit Hund" von Patricia B. McConnell

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. April 2017
Verlag: Kynos
ISBN: 9783954641352
272 Seiten
Preis: 19,95 € (HC)
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Zum Inhalt:
Patricia McConnell ist Tierverhaltenstherapeutin mit Spezialisierung auf aggressives Verhalten bei Hunden. Zusammen mit ihrem Partner und ihren Tieren lebt sie auf einer Farm in den USA. Besonders ans Herz gewachsen sind ihr Border Collies, die sie als Hütehunde für ihre Schafsherde trainiert.

Als ihr geliebter Hund Luke stirbt, holt sie sich den jungen Border Collie Will ins Haus, einen Neffen von Luke. Die Bindung zwischen Patricia und Will ist von Anfang an stark, doch Will reagiert aggressiv gegenüber anderen Hunden. Patricia kann sich Wills Verhalten nicht erklären. Doch ihre Erfahrungen als Tiertherapeutin kommen ihr zu Gute, und so übt sie unermüdlich mit Will, seine Ängste zu überwinden. Dabei merkt sie, dass sie selbst jahrelang verdrängte Traumata aufarbeiten und sich ihren eigenen Dämonen stellen muss, um Will wirklich helfen zu können.

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Hundeliebhaber und interessiere mich generell für Tiere und deren Interaktion mit Menschen. Deshalb hat mich dieses Buch sehr gereizt. Die Autorin ist Verhaltenstherapeutin und hat viele Jahre mit aggressiven Hunden gearbeitet. Deshalb habe ich mir hier interessante Einblicke in die Psyche von Hunden versprochen. Diese habe ich auch bekommen.

Jedoch geht es hier nicht nur um Will, den problem-belasteten Border Collie, sondern auch um Patricia McConnell, eine Frau, die verschiedene Traumata mit sich herumträgt und erst nach vielen Jahren erkennt, dass sie diese aufarbeiten muss. Als Teenager wurde sie vom Freund ihrer Schwester missbraucht, später war sie Zeugin, wie ein Mann in den Tod stürzte, und als Erwachsene wird sie von einem Flirt vergewaltigt. Dass solche Erlebnisse nicht spurlos an jemandem vorbeigehen, ist klar. Und so beschäftigt sich die Autorin nicht nur mit der Psyche ihres Hundes, sondern auch mit ihrer eigenen. Was auch sehr spannend ist, da ich Psychologie generell faszinierend finde.

Dennoch habe ich mir schwer getan mit dem Buch. McConnell schreibt für meinen Geschmack zu wild durcheinander. Für mich fehlte einfach ein roter Faden. Mal erzählt sie von der Arbeit mit Will, dann schildert sie verschiedene Erlebnisse als Teenager und als erwachsene Frau, streut zwischendurch Fälle von Hunden ein, die sie therapiert hat, erzählt von ihren anderen Hunden und ihrer Arbeit als Schäferin. Dazwischen zitiert sie aus Sachbüchern und erläutert die Psyche von Mensch und Tier.

Das ist alles für sich genommen ganz interessant, aber es war mir zu wirr. Sie springt hin und her ohne konkrete Zeitangaben. Zudem sind ihre Ausführungen viel zu langatmig. Sie kommt von Pontius zu Pilatus und wiederholt sich öfter. Dies war auch der Grund, warum ich dieses Buch fast zwei Monate "auf Raten" gelesen habe. Ich hatte das Gefühl, dass sich alles in einer endlosen Schleife wiederholt und man beim Lesen irgendwie nicht vorwärts kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch komprimiert auf deutlich weniger Seiten genau so gut alles erzählt hätte, was die Autorin zu erzählen hat.

Der Schreibstil ist zwar ganz angenehm, und McConnell hat auch einen schönen Sinn für Humor. Aber das allein hat es für mich leider nicht rausgerissen. Und so war ich durchaus froh, als ich endlich das Buch zuklappen und mir denken konnte: "Puh, geschafft!"

Was ich trotz dieser Unzulänglichkeiten aber wirklich gut fand: Man lernt viel über Hunde, ihr Verhalten und die Arbeit mit ihnen. McConnell ist nicht nur Therapeutin, sondern auch Schäferin, und es ist beeindruckend, wenn sie über die Leistungsfähigkeit von Hütehunden erzählt.   

Der Teil über ihre eigenen Traumata macht dieses Buch jedoch sehr emotional. Das ist auch völlig in Ordnung, es handelt sich hier ja nicht um ein Sachbuch, sondern um die Memoiren einer Frau. Aber dies verleitet die Autorin dazu, sich in Erzählungen zu verlieren und zu "schwafeln", und darauf könnte ich persönlich verzichten. Patricia McConnell hat aber bereits verschiedene Sachbücher über Hunde geschrieben, und ich denke, dass ich es mal damit probiere, denn generell ist es sehr spannend und beeindruckend, was sie über ihre Arbeit mit Hunden zu berichten hat.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an und den Kynos-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Samstag, 24. Juni 2017

Rezension: "Der Agent, meine Tochter & Ich" von Jana Herbst

Daten zum Buch:
erschienen am: 2. März 2017
Verlag: Feelings
ISBN: 9783426216217
374 Seiten
Preis: 12,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Eigentlich ist Sarah Wagner ganz zufrieden mit ihrem Leben. Sie arbeitet in ihrem Traumjob als Kuratorin und hat eine entzückende Tochter, die siebenjährige Lilly. Dass sie schon seit Lillys Geburt alleinerziehend ist und ein Mann in ihrem Leben fehlt, fällt eigentlich kaum ins Gewicht.

Doch dann lernt Sarah in einer Bar den attraktiven Lars kennen. Es funkt sofort zwischen den beiden, und sie verbringen eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Am nächsten Tag ist Sarah verschwunden, denn auch wenn sie sich ungewöhnlich stark zu ihm hingezogen fühlt, eignet sich ein Junggeselle wie Lars nicht als Vaterfigur, findet sie.

Doch Lars hat sich schon längst in Sarah verliebt und sucht sie. Als die beiden endlich aufeinander treffen, ist das Chaos vorprogrammiert, denn der Geheimagent tritt ihr unfreiwillig als Kabelverleger Kai entgegen - seine neue Rolle für einen gefährlichen Auftrag. Und plötzlich hat Sarah neben ihren Achterbahn fahrenden Gefühlen auch noch einen echten Krimifall am Hals.

Meine Meinung:
Es handelt sich um den zweiten Teil von Jana Herbsts "Agenten"-Reihe, der aber völlig unabhängig zu lesen ist, da er zwei neue Protagonisten hat. Ich kenne den ersten Teil noch nicht, aber es taucht der männliche Protagonist daraus wieder hier als Nebenfigur auf, was ein witziger Einfall ist.

Ich mochte den Schreibstil auf Anhieb. Er ist lebendig, frech und voller (Selbst-)Ironie. Dabei bleibt der Humor nicht immer subtil, aber wirkt auch nicht plump. Die Sprache ist direkt und auch mal etwas derber. Es war einfach genau meine Art von Humor.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, meist abwechselnd aus denen von Sarah und Lars, aber auch mal zwischendurch aus der Perspektive von Nebenfiguren. So lernt man gut das Innenleben von Sarah und Lars kennen und wie die beiden jeweils eine Situation bewerten, und es laufen Handlungsstränge nach und nach zusammen.

Auch wenn ich Sarah und Lars mochte, waren die beiden für meinen Geschmack zu perfekt. Allein optisch scheinen sie so attraktiv zu sein, dass ihr Anblick förmlich schmerzt. Sarahs einziger "Makel" ist der Umstand, dass sie alleinerziehend ist. Dafür übt sie aber ihren absoluten Traumjob aus, hat ein großes Haus, eine perfekte Tochter und viele (supererfolgreiche) Freundinnen. Sie ist sowohl optisch als auch charakterlich die absolute Traumfrau. Trotzdem mochte ich sie auf Anhieb, da sie nicht arrogant, sondern sehr selbstkritisch ist. Und immerhin ist sie als Agentin die absolute Oberpfeife, das wäre sonst auch unfair gewesen. Im Übrigen finde ich ihren Beruf, Museumskuratorin, toll. Hier findet sich die Leidenschaft der Autorin wieder, die - so wie ich - Archäologie studiert hat. Mich hat das Umfeld (die Museumsinsel in Berlin) total angesprochen.

Lars ist natürlich ebenfalls ein optischer Kracher (Aber wer hat auch schonmal unattraktive Agenten gesehen? Gut, lassen wir mal Johnny English hier aus dem Spiel...). Und er ist natürlich der Beste seines Faches. Diese ständigen Angebereien, was er schon alles erlebt hat, sind unterhaltsam. Für ihn ist es kein Problem, mit zwei Fingern über einer Gletscherspalte zu hängen und mit der anderen Hand 20 schwer bewaffnete Ninjas auszuschalten - so lange er nicht einer Siebenjährigen einen Pferdeschwanz binden muss!

Für beide ist es Liebe auf den ersten Fi... äh, Blick. Bei Lars allerdings ist der Grat zwischen leidenschaftlichem Romantiker und krankhaft fixiertem Stalker extrem schmal... Die körperliche Anziehungskraft spielt hier eine starke Rolle. Dieses ständige "Oh Gott, ich will mit ihr/ihm sofort f***."-Getue fand ich persönlich irgendwann nervig. aber ich denke mal, die meisten Leserinnen werden das eher anregend und wild-romantisch finden. Immerhin muss ich zugeben, dass die anzüglichen Gedanken der Protagonisten meist recht amüsant zu lesen sind.

Nach ungefähr 100 Seiten kommt dann auch Tochter Lilly ins Spiel. Sie ist sieben Jahre alt, wohlerzogen und selbstverständlich hochbegabt. Was sie unglaublich nervtötend macht, weil sie alles (besser) weiß. Sie kann sich sogar an den hypermegabesten Agenten Berlins unbemerkt ranschleichen, ihm sein Handy klauen und sonstiges machen, was ihn ärgert. Sie ist einfach wie ihre Mutter: Perfekt. Aber dass sie sich gleich mit Haut und Haaren in Lars "verliebt", weil sie einen Papa sucht, ist schon wieder so süß, dass man auch sie nicht wirklich blöd finden kann.

Die Hauptcharaktere sind tief gezeichnet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte. Im Mittelpunkt steht natürlich die Beziehung zwischen Sarah und Lars, aber dazu wird man noch mit einem echten Kriminalfall beglückt. Hier stand ich lange Zeit auf der Leitung, wer der Drahtzieher ist, und die Story war recht gut durchdacht.

Meine Kritikpunkte sind eben, dass mir die Charaktere zu perfekt und zu notgeil sind. Und dass sich die Beziehung trotz endlos langer Gefühlsdebatten im Schweinsgalopp entwickelte und für mich dennoch irgendwie oberflächlich blieb. Aber das ist bei heiteren Liebesromanen ja eigentlich oft so. 

"Der Agent, meine Tochter & Ich" hat mich sehr gut unterhalten. Ich finde den Schreibstil und den Humor super, und die Liebesgeschichte erhält auch dank des Kriminalfalles eine gute Portion Spannung. Ich verrate wohl nicht zu viel damit, dass Lars und Sarah natürlich ihr Happy End kriegen. Aber das ist vermutlich eh jedem klar. Der Weg ist das Ziel. Und es macht Spaß, diesen Weg mit Sarah, Lars und Lilly gemeinsam zu gehen.

Ich hatte trotz meiner o.g. Kritikpunkte viel Spaß beim Lesen, bin richtig durch die Seiten geflogen und werde liebend gerne wieder zu einem Buch dieser Autorin greifen, denn selten traf jemand mit seinem Schreibstil so exakt meinen Humor. Das nächste Mal dürfen die Figuren aber auch gerne mehr Ecken und Kanten haben.

4,5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an die Autorin für dieses Lesexemplar!